Die Menschen um uns herum machen einen Unterschied
Es gibt Menschen, nach einem Gespräch mit ihnen fühlt sich eine Idee plötzlich größer an. Und es gibt Menschen, denen erzählt man dieselbe Idee und beginnt danach selbst daran zu zweifeln.
Ich finde es immer wieder interessant, welchen Einfluss unser Umfeld darauf haben kann, wie wir über uns selbst, unsere Entscheidungen und unsere Möglichkeiten denken. Dabei geht es für mich nicht darum, ausschließlich Menschen um sich zu haben, die alles gut finden, was man tut. Im Gegenteil. Eine ehrliche Meinung kann unglaublich wertvoll sein.
Der Unterschied liegt für mich woanders: Unterstützt mich jemand dabei, meinen eigenen Weg zu finden, oder versucht die Person, mir ihren Weg vorzugeben?
Unterstützung bedeutet nicht, immer einer Meinung zu sein
Echte Unterstützung heißt für mich nicht: „Du machst alles richtig.“ Manchmal ist Unterstützung auch eine ehrliche Frage. Ein anderer Blickwinkel. Ein Hinweis auf etwas, das man selbst gerade nicht sieht. Aber es macht einen Unterschied, aus welcher Haltung heraus das passiert. Jemand kann meine Idee hinterfragen und mir trotzdem das Gefühl geben, an mich zu glauben.
Vielleicht ist genau das eine der wertvollsten Arten von Unterstützung: Menschen um sich zu haben, die ehrlich mit einem sind und einem gleichzeitig zutrauen, selbst die richtige Entscheidung zu treffen.
Sich für andere freuen können
Ich finde, eine gute Verbindung erkennt man auch daran, ob man sich ehrlich über den Erfolg eines anderen Menschen freuen kann. Das klingt selbstverständlich. Ist es aber nicht immer.
Besonders Social Media macht es unglaublich einfach, das eigene Leben permanent mit dem anderer Menschen zu vergleichen. Jemand gründet ein Unternehmen. Kauft eine Wohnung. Verlobt sich. Reist um die Welt. Erreicht beruflich etwas, das man selbst gerne erreichen würde.
Und plötzlich wird aus Inspiration Vergleich. Dabei verändert der Erfolg eines anderen Menschen meine eigenen Möglichkeiten überhaupt nicht.
Jemand anderes darf etwas Schönes haben, ohne dass dadurch weniger für mich übrig bleibt.
Dieser Gedanke ist für mich ein wichtiger Teil von Feminine Mindset.
Inspiration statt Vergleich
Vergleich muss allerdings nicht grundsätzlich negativ sein. Eine andere Person kann uns schließlich auch zeigen, was möglich ist.
Vielleicht sehe ich jemanden etwas tun, das ich mich bisher nicht getraut habe. Vielleicht entdecke ich eine berufliche Möglichkeit, von der ich vorher gar nichts wusste. Oder jemand lebt etwas vor, das mich darüber nachdenken lässt, was ich selbst eigentlich möchte. Dann wird aus Vergleich Inspiration.
Der entscheidende Unterschied liegt für mich darin, was danach passiert.
Denke ich: Warum hat sie das und ich nicht?
Oder denke ich: Wenn das möglich ist, was könnte für mich möglich sein?
Unser Umfeld beeinflusst uns tatsächlich
Dass soziale Beziehungen für unser Wohlbefinden eine wichtige Rolle spielen, ist nicht nur eine schöne Vorstellung.
Eine große Meta-Analyse mit Daten von mehr als 300.000 Menschen fand beispielsweise einen deutlichen Zusammenhang zwischen stärkeren sozialen Beziehungen und einer höheren Überlebenswahrscheinlichkeit über die untersuchten Zeiträume. Das bedeutet natürlich nicht, dass Freundschaften eine Art medizinisches Wundermittel sind. Die Ergebnisse zeigen aber, wie relevant soziale Beziehungen für Menschen sein können.
Auch die jahrzehntelange Harvard Study of Adult Development kommt immer wieder zu einem ähnlichen Grundgedanken: Die Qualität unserer Beziehungen ist eng mit Gesundheit und Wohlbefinden verbunden.
Verbindung ist also nicht einfach ein nettes Extra in unserem Leben.
Die richtigen Menschen müssen nicht genauso sein wie wir
Ich glaube auch nicht, dass ein gutes Umfeld bedeutet, nur Menschen zu suchen, die genauso denken und leben wie man selbst. Eigentlich finde ich das Gegenteil viel interessanter. Menschen können vollkommen unterschiedliche Persönlichkeiten, Lebensentwürfe und Ziele haben und sich trotzdem gegenseitig weiterbringen.
Vielleicht ist eine Freundin mutiger als ich.
Eine andere sieht Dinge pragmatischer.
Eine andere bringt mich auf kreative Ideen.
Und vielleicht gebe ich wiederum etwas zurück, das genau diesen Menschen an anderer Stelle hilft. Gute Verbindungen müssen für mich deshalb nicht auf Gleichheit beruhen. Sie dürfen auf gegenseitiger Wertschätzung beruhen.
Warum weibliche Verbindungen für mich trotzdem besonders sind
Auch wenn dieser Gedanke für mich grundsätzlich für alle Beziehungen gilt, haben Verbindungen zwischen Frauen für mich noch einmal eine eigene Bedeutung.
Nicht, weil Frauen sich grundsätzlich besser verstehen oder automatisch unterstützen.
Sondern weil es schön sein kann, Erfahrungen mit Menschen zu teilen, die bestimmte Situationen aus einer ähnlichen Perspektive kennen.
Sich gegenseitig Mut zu machen. Ideen auszutauschen. Kontakte weiterzugeben. Wissen zu teilen. Eine Empfehlung auszusprechen. Oder einfach ehrlich zu sagen:
„Mach das. Ich glaube, das passt zu dir.“
Manchmal braucht es gar keine große Geste.
Unterstützung kann ganz klein aussehen
Wir denken bei „Support“ schnell an große Dinge. Dabei kann gegenseitige Unterstützung unglaublich unspektakulär sein.
Den Beitrag einer Freundin teilen, die gerade etwas Eigenes aufgebaut hat.
Jemanden weiterempfehlen.
Eine Nachricht vor einem wichtigen Termin schicken.
Einen Kontakt herstellen.
Eine Idee ernst nehmen.
Nach Wochen noch einmal nachfragen, wie etwas gelaufen ist.
Oder sich einfach ehrlich freuen, wenn etwas geklappt hat.
Viele dieser Dinge kosten uns fast nichts und können für einen anderen Menschen trotzdem unglaublich viel bedeuten.
Auch um Unterstützung bitten gehört dazu
Gegenseitigkeit funktioniert allerdings in beide Richtungen. Ich kann nicht erwarten, dass andere wissen, wann ich Unterstützung brauche, wenn ich nie etwas sage. Und gerade wenn man gewohnt ist, vieles selbst zu machen, kann es ungewohnt sein, um Hilfe, eine Meinung oder einen Kontakt zu bitten.
Dabei schafft auch das Verbindung. Nicht jeder muss alles alleine können. Manchmal hat jemand anderes genau die Erfahrung, die einem selbst fehlt. Und irgendwann ist es vielleicht umgekehrt.
Gemeinsam kreativ sein verbindet
Genau diesen Gedanken finde ich auch beim gemeinsamen kreativen Arbeiten schön. Bei Cake Affairé sitzen Menschen zusammen an einem Tisch und gestalten ihre eigenen Torten.
Dabei entsteht automatisch Austausch. Jemand entdeckt eine Farbkombination bei der Person neben sich. Eine andere hat eine Idee für ein Detail. Man fragt nach einer Meinung, hilft sich gegenseitig oder freut sich gemeinsam darüber, wie unterschiedlich die fertigen Torten geworden sind.
Jede gestaltet etwas Eigenes und trotzdem entsteht vieles miteinander. Für mich ist das eine ziemlich schöne Form von Verbindung.
Menschen, bei denen man größer denken darf
Vielleicht ist das für mich am Ende das Entscheidende. Ich möchte Menschen in meinem Leben haben, bei denen ich nicht das Gefühl bekomme, meine Ideen kleiner machen zu müssen.
Menschen, die mir eine ehrliche Meinung sagen und mir trotzdem zutrauen, meinen eigenen Weg zu gehen. Menschen, deren Erfolge mich inspirieren und denen ich meine eigenen Erfolge genauso erzählen kann.
Und ich möchte selbst so ein Mensch für andere sein. Denn gegenseitige Unterstützung bedeutet für mich nicht, sich gegenseitig permanent zu bestätigen.
Sie bedeutet, ein Umfeld zu schaffen, in dem Menschen den Mut haben dürfen, zu wachsen.

Wenn dir dieser Beitrag gefällt, schaue dir auch meine anderen Beiträge rund um Cake Affairé an:
