Buttercreme Trends

Welche Buttercreme gibt es? Und warum Buttercreme-Torten wieder im Trend liegen

Buttercreme-Torten erleben gerade ein echtes Comeback. Doch Buttercreme ist nicht gleich Buttercreme: Von American Buttercream über deutsche und russische Buttercreme bis zur Swiss Meringue Buttercream gibt es ganz unterschiedliche Varianten. In diesem Beitrag zeige ich dir, was die bekanntesten Buttercremes unterscheidet, wie du sie in kleinen Mengen selbst herstellen kannst und warum gerade ihre cremige Konsistenz, natürlichen Texturen und vielseitigen Spritztechniken perfekt zum modernen Cake-Art-Trend passen.

Buttercreme-Torten sind zurück – aber anders als früher

Buttercreme hatte lange einen etwas altmodischen Ruf. Vielleicht denken viele bei dem Begriff zuerst an klassische Torten aus vergangenen Jahrzehnten, dicke Cremeschichten oder sehr süße Geburtstagstorten. Heute erlebt Buttercreme jedoch eine ganz andere Art von Comeback.

In der modernen Cake Art wird Buttercreme nicht mehr nur verwendet, um eine Torte einzustreichen oder zwischen den Böden zu füllen. Sie wird zum Gestaltungsmaterial. Mit ihr entstehen Rüschen, Wellen, Blumen, Bordüren, strukturierte Oberflächen und ganze Designs.

Gleichzeitig passt Buttercreme zu einer Entwicklung, die ich bei aktuellen Cake-Art-Trends besonders spannend finde: Torten müssen nicht mehr makellos glatt und möglichst „perfekt“ aussehen. Handgemachte Texturen, sichtbare Spritztechniken und individuelle Gestaltung dürfen wieder im Mittelpunkt stehen.

Doch bevor wir uns anschauen, warum Buttercreme gerade wieder so beliebt ist, lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Varianten. Denn Buttercreme ist nicht gleich Buttercreme.

Welche Buttercreme gibt es?

Es gibt zahlreiche Buttercreme-Varianten, die sich in ihrer Zusammensetzung, Süße, Konsistenz und Verarbeitung unterscheiden. Zu den bekanntesten gehören die American Buttercream, die deutsche Buttercreme, die russische Buttercreme und die Swiss Meringue Buttercream. Daneben gibt es unter anderem noch italienische und französische Varianten.

Für diesen Beitrag konzentriere ich mich auf vier Buttercremes, die besonders interessant sind, wenn du verstehen möchtest, warum sich Buttercreme so unterschiedlich anfühlen und verarbeiten kann.

🇺🇸 American Buttercream – unkompliziert und süß

Die American Buttercream, kurz ABC, gehört zu den einfachsten Varianten. Sie besteht im Grundprinzip aus Butter und Puderzucker und wird je nach Rezept mit etwas Milch, Sahne oder Aroma angepasst. Sie ist schnell hergestellt, lässt sich gut einfärben und eignet sich sehr gut zum Spritzen und Dekorieren. Dafür ist sie im Vergleich zu vielen europäischen Buttercremes deutlich süßer.

Kleines Grundrezept für American Buttercream:

  • 250 g weiche Butter
  • 450-500 g Puderzucker
  • 1–2 EL Milch oder Sahne
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 1 Prise Salz

Zubereitung: Die weiche Butter zunächst mehrere Minuten cremig aufschlagen. Anschließend den gesiebten Puderzucker portionsweise einarbeiten und Milch oder Sahne sowie Vanille dazugeben. Alles so lange aufschlagen, bis eine helle, luftige Creme entsteht. Je nach gewünschter Konsistenz kannst du etwas mehr Flüssigkeit oder Puderzucker ergänzen. Das Grundprinzip entspricht auch gängigen Rezepturen für American Buttercream.


🇩🇪 Deutsche Buttercreme – mit Pudding

Die deutsche Buttercreme unterscheidet sich deutlich von der American Buttercream. Ihre Basis ist ein gekochter Pudding beziehungsweise eine Konditorcreme, die anschließend mit aufgeschlagener Butter verbunden wird. Dadurch ist sie weniger stark von Puderzucker geprägt und hat eine besonders cremige, puddingartige Konsistenz.

Kleines Grundrezept für deutsche Buttercreme:

  • 250 g weiche Butter
  • 500 ml Milch
  • 1 Päckchen Vanillepuddingpulver
  • 80 g Zucker

Zubereitung: Aus Milch, Puddingpulver und Zucker zunächst einen Pudding kochen und ihn vollständig auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Die Butter separat mehrere Minuten hell und luftig aufschlagen. Anschließend den Pudding nach und nach esslöffelweise unter die Butter rühren, bis eine glatte Creme entsteht. Wichtig ist, dass Butter und Pudding ungefähr die gleiche Temperatur haben, damit sich beides gut miteinander verbindet.

Die deutsche Buttercreme ist besonders interessant für klassische Torten und Füllungen. Für sehr filigrane Cake-Art-Spritztechniken kann je nach Rezeptur eine andere Buttercreme praktischer sein.


🇷🇺 Russische Buttercreme – Butter und Kondensmilch

Die sogenannte russische Buttercreme gehört zu den besonders einfachen Varianten. Ihre Basis besteht aus Butter und gezuckerter Kondensmilch, häufig bekannt unter dem Namen „Milchmädchen“.

Kleines Grundrezept für russische Buttercreme:

  • 250 g weiche Butter
  • 100 g gezuckerte Kondensmilch
  • optional Vanille oder eine andere Aromatisierung

Zubereitung: Die weiche Butter zunächst mehrere Minuten hell und luftig aufschlagen. Anschließend die gezuckerte Kondensmilch langsam und portionsweise einarbeiten und weiterschlagen, bis eine homogene, cremige Masse entsteht.

Sie ist schnell hergestellt und kommt mit sehr wenigen Zutaten aus. Durch die Kondensmilch ist sie allerdings ebenfalls recht süß und hat einen deutlich anderen Charakter als beispielsweise eine Swiss Meringue Buttercream.


🇨🇭 Swiss Meringue Buttercream – luftig und seidig

Die Swiss Meringue Buttercream, kurz SMBC, gehört zu den sogenannten Meringue-Buttercremes. Hier werden Eiweiß und Zucker zunächst über einem Wasserbad erwärmt und anschließend zu einer stabilen, glänzenden Baisermasse aufgeschlagen. Erst danach wird nach und nach die Butter eingearbeitet.

Kleines Grundrezept für Swiss Meringue Buttercream:

  • 250 g weiche Butter
  • 125 g Eiweiß
  • 250 g Zucker
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 1 Prise Salz

Zubereitung: Eiweiß und Zucker über einem Wasserbad unter ständigem Rühren erwärmen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat. Anschließend die Masse aufschlagen, bis eine feste, glänzende Meringue entsteht und die Schüssel wieder deutlich abgekühlt ist. Nun die weiche Butter Stück für Stück einarbeiten und weiterschlagen, bis eine glatte, seidige Buttercreme entsteht.

Die SMBC ist besonders schön für Torten, bei denen eine sehr glatte, seidige Creme gewünscht ist. Gleichzeitig lässt sie sich gut aromatisieren und für verschiedene Dekorationstechniken verwenden.

Wichtig bei Rezepten mit Eiweiß: Wenn du Buttercreme mit Eiweiß herstellst, solltest du auf hygienisches Arbeiten und eine geeignete Erwärmung beziehungsweise Pasteurisierung achten. Für einen Blogartikel würde ich deshalb die Rezepte als kleine Grundrezepte und nicht als Ersatz für professionelle Lebensmittelhygiene-Anweisungen verstehen.

Was unterscheidet die verschiedenen Buttercremes?

Obwohl alle vier Varianten „Buttercreme“ heißen, können sie sich beim Essen und bei der Verarbeitung deutlich unterscheiden.

Die American Buttercream ist unkompliziert, sehr süß und besonders schnell hergestellt. Die deutsche Buttercreme ist durch den Pudding weicher und cremiger. Die russische Buttercreme kommt mit nur zwei Hauptzutaten aus und ist ebenfalls eher süß. Die Swiss Meringue Buttercream ist dagegen luftiger, seidiger und weniger von Puderzucker geprägt.

Das zeigt auch, warum es nicht die eine perfekte Buttercreme gibt. Die richtige Wahl hängt davon ab, ob du eine Torte füllen, glatt einstreichen, dekorieren oder besonders filigran spritzen möchtest.

Warum Buttercreme-Torten wieder moderner wirken

Der aktuelle Buttercreme-Trend hat für mich viel damit zu tun, wie Buttercreme heute eingesetzt wird.

Früher war die Creme häufig Mittel zum Zweck: Sie hielt die Torte zusammen, wurde außen aufgetragen und anschließend möglichst glatt gestrichen. Heute darf die Buttercreme selbst sichtbar bleiben.

Eine Oberfläche muss nicht mehr komplett eben sein. Stattdessen können bewusst Rillen, Wellen, Falten oder kleine Unregelmäßigkeiten entstehen. Die Creme wird nicht versteckt, sondern wird Teil der Gestaltung.

Genau diese Entwicklung lässt sich auch in aktuellen Cake-Art-Trends beobachten. Texturierte Buttercreme, sichtbare Piping-Techniken und organische Oberflächen spielen eine immer größere Rolle.

Textur statt perfekter Oberfläche

Eine der schönsten Entwicklungen finde ich deshalb den Trend zu Textured Buttercream.

Statt eine Torte so lange zu glätten, bis wirklich keine Struktur mehr sichtbar ist, wird die Oberfläche bewusst bearbeitet. Mit einer Palette können Linien und Strukturen entstehen, mit einem Spritzbeutel lassen sich Rüschen und Wellen erzeugen und mit unterschiedlichen Tüllen entstehen ganz verschiedene Muster.

Das Spannende daran ist, dass die Technik selbst zur Dekoration wird.

Eine Torte braucht dadurch nicht unbedingt zusätzliche Dekorationen wie Fondantfiguren oder zahlreiche gekaufte Elemente. Die Buttercreme selbst liefert bereits Farbe, Struktur und Form.

Spritztechniken werden zum eigentlichen Design

Auch das Piping erlebt gerade eine neue Aufmerksamkeit.

Mit einem Spritzbeutel und verschiedenen Tüllen kann aus derselben Buttercreme eine völlig andere Ästhetik entstehen. Kleine Muschelbordüren wirken beispielsweise nostalgisch, feine Rüschen können romantisch oder verspielt aussehen und Blumen lassen eine Torte fast wie einen kleinen Blumenstrauß wirken.

Gerade Vintage Cakes leben stark von diesen Techniken. Dabei wird nicht nur ein einzelnes Element auf die Torte gesetzt. Die Bordüren und Muster bilden ein Gesamtdesign.

Und genau hier entsteht die Verbindung zu Cake Art: Es geht nicht mehr nur darum, eine Torte zu dekorieren, sondern darum, mit Buttercreme zu gestalten.

Vintage Cakes zeigen, wie vielseitig Buttercreme sein kann

Ein besonders gutes Beispiel für das Comeback der Buttercreme sind Vintage Cakes.

Die nostalgischen Torten greifen klassische Spritztechniken auf, interpretieren sie aber häufig moderner. Eine weiße oder pastellfarbene Torte bekommt aufwendige Bordüren, Schleifen, kleine Blumen oder andere Piping-Elemente.

Besonders schön finde ich die Kombination aus Vintage-Optik und modernen Elementen – beispielsweise frischen Beeren, reduzierten Farbtönen oder einer ungewöhnlichen Form.

So entsteht kein klassischer „Retro-Kuchen“, sondern ein Design, das nostalgische Techniken mit heutiger Ästhetik verbindet.

Warum natürliche Optik wieder wichtiger wird

Parallel zum Vintage-Trend gibt es eine andere Entwicklung: Torten dürfen wieder natürlicher und handgemachter aussehen.

Das bedeutet nicht, dass sie unpräzise sein sollen. Vielmehr wird nicht mehr versucht, jede Spur der handwerklichen Gestaltung zu verstecken.

Eine leichte Struktur in der Buttercreme, unterschiedlich hohe Elemente oder bewusst gesetzte Unregelmäßigkeiten können einer Torte Charakter geben. Gerade bei Cake Art macht das Sinn, weil die handwerkliche Entstehung Teil des Ergebnisses sein darf.

Die Torte muss nicht so aussehen, als wäre sie industriell produziert worden. Sie darf zeigen, dass jemand mit einem Spritzbeutel, einer Palette und den eigenen Händen daran gearbeitet hat.

Geschmack und Gestaltung gehören zusammen

Ein weiterer Grund, warum Buttercreme-Torten wieder so interessant sind, ist für mich die Verbindung von Geschmack und Design.

Die äußere Gestaltung sollte nicht nur schön aussehen. Sie gehört zu einem Dessert, das am Ende gegessen wird.

Buttercreme kann dabei selbst geschmacklich Teil des Konzepts sein. Sie lässt sich beispielsweise mit Vanille, Schokolade, Kaffee, Karamell oder verschiedenen Fruchtaromen kombinieren. Bei Meringue-Buttercremes lassen sich ebenfalls unterschiedliche Aromen und Zutaten integrieren.

Das unterscheidet sie für mich von einer reinen Dekorationsmasse: Die Creme kann gleichzeitig Füllung, Oberfläche und Gestaltungselement sein.

Warum wir bei Cake Affairé mit Buttercreme arbeiten

Genau deshalb passt Buttercreme so gut zu Cake Affairé. In unseren Workshops geht es nicht darum, eine Torte einfach nach einer Vorlage zusammenzubauen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen erleben, wie aus einer Creme durch Farben, Formen und verschiedene Techniken ein eigenes Design entsteht.

Buttercreme macht diesen Prozess unmittelbar sichtbar. Man nimmt den Spritzbeutel in die Hand, probiert eine Technik aus und sieht direkt, was daraus entsteht. Dabei geht es nicht darum, jede Technik sofort perfekt zu beherrschen. Viel spannender ist es, mit den Möglichkeiten zu experimentieren und innerhalb eines bestimmten Rahmens seinen eigenen Stil zu entwickeln.

Welche Buttercreme ist nun die beste?

Die Antwort hängt davon ab, was du machen möchtest.

Für einen schnellen und unkomplizierten Einstieg ist American Buttercream sehr praktisch. Wer eine klassische, puddingbasierte Creme sucht, kann zur deutschen Buttercreme greifen. Die russische Variante ist mit Butter und gezuckerter Kondensmilch besonders lecker aufgebaut. Und wer eine luftige, seidige Creme mit Meringue-Basis ausprobieren möchte, kann sich an Swiss Meringue Buttercream wagen.

Für Cake Art ist aber nicht nur die Frage entscheidend, welche Buttercreme am besten schmeckt, sondern auch, wie sie sich verarbeiten und gestalten lässt.

Denn genau darin liegt für mich der Grund, warum Buttercreme-Torten gerade wieder so spannend sind: Buttercreme ist nicht länger nur die Creme auf einer Torte. Sie ist Teil des Designs.

Und vielleicht ist genau das der schönste Teil des aktuellen Trends: Torten dürfen wieder aussehen wie etwas, das mit den Händen entstanden ist – individuell, kreativ und gleichzeitig richtig lecker.


Wenn dir dieser Beitrag gefällt, schaue dir auch meine anderen Beiträge rund um den Cake Affairé Workshop an:

Buttercreme oder Fondant – Was eignet sich besser?

Frische Hefe vs. Trockenhefe – Unterschiede, Vorteile & richtige Verwendung

Isomalt richtig verarbeiten: Tipps zum Schmelzen, Gießen & moderne Tortendekoration

Fluffige Cinnamon Rolls: Das perfekte Rezept für weichen Hefeteig

PLANE JETZT DEINEN
CAKE ART WORKSHOP

Individuell, stilvoll & stressfrei.